Archive for August 2009

August 30, 2009

Blinder Eifer

Heute, Sonntag, früh um 9.00 Uhr, kam der Laborverwalter her. Er sah aus, wie gerade aus dem Bett gefallen. Ich dachte mir nur: „Wer hat denn den nun geschickt?“ Und dann hat er zwei Stunden lang an einer Verbesserung der Sabotage meines Fernsehempfangs gearbeitet mit dem Ergebnis, daß Bild und Ton nun noch ein wenig verrauschter sind. Und hüpfen tun die Bilder jetzt auch. Dann ging er wieder vom Gelände. Führwahr, ein treuer Erfüllungsgehilfe der cruzeñischen Mafia! Ob er auch weiß, daß auffallend viele Wissenschaftler, die an solchen Experimenten mitgearbeitet haben, unter merkwürdigen Umständen ums Leben gekommen sind?

August 29, 2009

Trügerische Idylle

Heute morgen lag das Gekötze eines Hundes auf der Fußmatte vor meiner Haustüre. Da der Schleim drumherum fehlte, hat der Hund dieses Gewürge aber nicht selbst dort platziert. Das kann eigentlich nur belgische Nachbar mit den besten Grüßen von Haus zu Haus dort abgelegt haben. Guten Appetit!

In den vergangenen Nächten waren mehrmals Fehlalarme in der Alarmanlage meines Hauses ausgelöst worden. Um das Geheule der Sirenen abzuschalten, muß ich aufstehen, und dann bin ich so wach, daß man mich im Anschluß daran genüsslich foltern und mir den Nachtschlaf rauben kann. Was wollen die Perps erreichen  – daß ich die Alarmanlage nachts nicht mehr einschalte oder mir den Zorn der Nachbarn mit der nächtlichen Ruhestörung zuziehe? Die mussten aber inzwischen zur Kenntnis nehmen, welche netten Leute sich im Condomino eingenistet haben und so fällt der Terror nur auf die Terroristen selbst zurück.

Heute ist die Laborantin mit einem ganzen Troß von Freundinnen, mit Kind und Kegel zur Arbeit angerückt. Wenn man die Idylle sieht, wie Kleinkinder unter der Aufsicht von jungen Indio-Frauen im Schatten der Bäume spielen, dann kann man sich tatsächlich nur schwer vorstellen, daß diese Damen die E-Waffen-Apparatur im Laboratorium ständig scharf stellen, mit der ich gefoltert werde.

August 28, 2009

Profi-Killer

Heute morgen, gleich in der Frühe um kurz nach 8 Uhr, fuhr der Daddy des Laborverwalters vor und brachte 2 Typen her, die ungefähr 20 Minuten lang im Labor zu Gange waren und an der Besendungsanlage Einstellungsarbeiten vorgenommen haben. Beim Rausgehen habe ich mir die Typen angesehen; es waren ein älterer, offenbar der Boss, und ein jüngerer, beide Latinos, aber der ältere hatte wohl auch einen negroiden Einschlag. Die unbewegten Minen der beiden zeugten davon, daß es sich um Profis handelte. Als der ältere mich bemerkte, gab er mit kaum merklichem Nicken zu verstehen, daß ich die Zielperson bin. So stelle ich mir die Leute vor, die aus der „School of the Americas“ hervorgehen – Verbrecher im weißen Kragen, für die der Terror mit E-Waffen sicherlich das neue Geschäft ist. Während sie arbeiteten, kam der belgische Nachbar auch schnell noch einmal her, was er sonst nie tut. Schätzungsweise ging es um eine Abstimmung der Sendeanlagen in beiden Häusern. Heute abend läuft überdies mein Netzzugang mit weniger als der halben Geschwindigkeit. Das ‚Netmeter‘ zeigt q1,5 KB/sec. an. Normalerweise sind es 3 – 3 1/2 KB/sec., und während ich dies schreibe, wird der Netzzugang ganz unterbrochen.

August 26, 2009

Funkterroristen 

Am 22.08.09 war eine interessante Sendung vom bolivianischen Staatsfernsehen ausgestrahlt worden. Es ging um den Sumpf aus Cooperativen, Logen und reaktionären politischen Kräften im Land inklusive ihrer Unterstützung durch Big Brother. Der Film ist eine eingängige Analyse der aktuellen politischen Situation und technisch hervorragend gemacht. Da er mir geeignet scheint, um Freunden in Europa vermitteln zu können, was hier vor sich geht, wollte ich versuchen, eine Kopie davon zu bekommen. Mit ein paar Telefon-Gesprächen konnte ich den Regisseur ausfindig machen, der mir gerne eine Kopie seines Werks gab. Am Abend dann machte der Laborverwalter Überstunden und schraubte so lange an den Einstellungen seines Störsenders herum, bis ich nur noch Bildstörungen empfangen konnte. Dieser Zustand dauert seitdem an. Lediglich als ich einem Zeugen die Bildstörungen demonstrieren wollte, wurde der Störsender mal kurz zurückgenommen. Offenbar hält man das, was im bolivianischen Fernsehen gesendet wird, für zu gefährlich für mich. Vor allem den Staatssender mögen die Leute, die den Funkterror gegen mich betreiben, überhaupt nicht. Ist auch kein Wunder, denn den Präsidenten bestrahlen sie offenbar genauso. Nun habe ich kurze Probeaufnahmen der Bildstörungen auf den einzelnen Kanälen aufgenommen und werde diese Kopien als Beweise aufbewahren.

August 17, 2009

Von friedliebenden Menschen und flackernden Monitoren

Dieser Tage hatte ich einen erhellenden Dialog mit der Engländerin, der das Nachbarhaus gehört, von dem aus mich der belgische Nachbar mit elektronischen Waffen foltert. Die Dame arbeitet als britische Entwicklungshelferin im Auftrag ihres Landes in Bangladesh und kommt alle paar Jahre mal nach Bolivien auf Urlaub. Ihren Mieter kennt sie nach eigenem Bekunden schon seit vielen Jahren. Nun habe ich die Gelegenheit genutzt, ihr eine umfangreiche Dokumentation zu übergeben, um sie über die Tatbestände des Verbrechens zu informieren, das mit der Unterstützung und Billigung aller übrigen Miteigentümer seit über 2 Jahren gemeinschaftlich gegen mich begangen wird. Während mir die anderen Mitbewohner bislang nur erklärt haben, daß ich spinne, hält die englische Miteigentümerin die von mir vorgebrachten Beweise für glaubhaft. Trotzdem werde sie nichts dagegen unternehmen, sagte sie mir aber sogleich rundheraus. Sie sei eine friedliebende Person. Eine eigene Verantwortung bestritt sie energisch – weder die Tatsache, daß das Reglamento Interno alle Mitbewohner zum friedlichen Zusammenleben verpflichtet, noch der Tatbestand, daß der Terror von ihrem Haus ausgeht, könnten ihrer Auffassung nach ein Grund dafür sein, von ihrer wohlwollenden und wissenden Duldung abzurücken.
Bei der Gelegenheit hat sie mir mitgeteilt, daß die deutsche Nachbarin einen Teil ihres Grundstücksanteils an ihre Tochter verkauft habe. Da es sich um Gemeinschaftseigentum handelt, müssen in einem solchen Fall aber alle Miteigentümer zustimmen. Man hat mich also hintergangen und wollte mit der Eintragung ins Grundbuchregister vollendete Tatsachen schaffen, bevor ich von dem Deal erfahre. Dummerweise verweigert das Grundbuchamt aber die Eintragung, da die Stadtverwaltung eine umfassende Erschließung des gesamten Einzugsbereichs vorbereitet. Deswegen soll ich einer Änderung des rechtlichen Status der Eigentümergemeinschaft zustimmen, und das geht nicht ohne meine Unterschrift. Offenkundig war sie von den anderen Miteigentümern geschickt worden, um mich hierfür zu gewinnen. Als ich ihr darauf antwortete, daß, wenn ich so wenig Solidarität von ihr und der Gemeinschaft entgegengebracht bekomme, sie dann auch auf meine Kooperation bei ihren Interessen verzichten müssen, antwortete sie mir empört, sie lasse sich nicht erpressen.

Der Überraschungs-Coup war als freundliche Einladung zu ihrer Terroristen-Party eingefädelt gewesen, die die friedliebende Engländerin gestern gegeben hat. Zu den geladenen Gästen gehörte auch der belgische Nachbar mit seiner Familie, der mich seit über 2 Jahren bis aufs Blut foltert. Als ich zunächst dankend abgelehnte, ohne zu wissen, daß es sich bei der Einladung um ein trojanisches Pferd handelt, konnte sie gut verstehen, daß ich nicht an einem Fest gemeinsam mit solchen Gästen teilnehmen möchte. Trotzdem hat sie dann aber einen ihrer Festbesucher beauftragt, mir einen Teller mit den Resten von dem vorbeizubringen, was die Gäste übriggelassen hatten. Die milde Gabe wurde mir mit den Worten angepriesen, das Futter sei „vegetarisch“; d. h. das Fleisch war bereits von anderen Leuten aufgegessen worden. Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Alles Gutmenschen! In der retrospektiven Betrachtung des Nationalsozialismus im Dritten Reichs nennt man solche Leute Mittäter.

Anfang der vergangenen Woche war mal wieder ein Techniker der regionalen Telefongesellschaft mit Montagewagen vorgefahren, den ich neugierig in Augenschein nahm. Diesen Umstand nutzte der Service-Mitarbeiter, um mich zu fragen, wo die Frau Dr. Tierärztin, die den Auftrag erteilt hatte, wohnt. Dann arbeitete er eine gute halbe Stunde im Nachbarhaus an der Besendungsanlage, mit der ich gefoltert werde. Seitdem kommt die Strahlung mit noch größerer Heftigkeit herüber.

Vor zwei Tagen flackerte mein Bildschirm plötzlich und ohne ersichtlichen Grund, als ich den Computer hochfuhr. Dieses Geflacker nervt kolossal, was wohl auch der Zweck der Übung ist, aber zunächst gab ich nicht viel drauf. Als ich am nächsten Tag den anderen Computer gebootet habe und das Geflacker auch in diesem Fall auftrat, musste ich annehmen, daß die Ursache beim Monitor zu suchen ist. Nun haben die Perps mit dem ja schon oft ihr Spiel getrieben, aber es war nicht klar, ob die Ursache ein Defekt ist, z. B. ein Wackelkontakt, oder ob die Störung mit Peilstrahlung getriggert wurde. Also habe ich den Bildschirm zunächst mal abgehängt und wieder den alten benutzt. Heute habe ich dann mit meinem alten Laptop ausprobiert, ob der Monitor auch flackert, wenn ich ihn damit betreibe. Und siehe da – er hat nicht mehr geflackert. Also hatten die Typen es darauf angelegt, mir einen technischen Defekt vorzugaukeln, damit ich das Gerät zum Kundendienst schleppe und mich dort blamiere. Ein paar Stunden meiner Zeit wollten sie mir zusätzlich damit stehlen.
Als ich dann vorhin den Monitor auf TV-Betrieb umgeschaltet habe, hatte ich mit einem Mal keinen Empfang mehr. Ich überprüfte, ob das Antennenkabel richtig angeschlossen ist, und kam dabei zufällig mit der Hand an die Buchse der Antennenanschluß-Dose. Dabei bekam ich eine gewischt, was eigentlich absurd ist, denn die Antenne ist nicht ans Stromnetz angeschlossen, sondern besteht nur aus einer metallischen Konstruktion, die auf einem Mast im Garten steht und mit einem Kabel ins Haus verbunden ist. Ganz offenkundig haben die Perps da also mit ihrem Piratensender eine Peilstrahlung draufgesetzt, um so den Empfang zu blockieren. Das überprüfte ich, indem ich probeweise die Zimmerantenne anschlossen habe. Damit hatte ich Empfang, wenn auch schlechten, was eindeutig beweist, daß das TV-Empfangs-Modul im Monitor in Ordnung ist. Allerdings liefen mal wieder interessante Streifenmuster über den Bildschirm, die offenbar die Störsignale des Piratensenders abbilden. Und im PC-Modus hat der Monitor nun wieder das Zipperlein.
Schätzungsweise fahren meine Nachbarn verstärkt Versuche – der Laborverwalter arbeitet gerade in Spätschicht, und der Belgier hat heute Folterurlaub genommen. Vielleicht macht er aber auch bloß blau, weil sein Autoreifen platt ist. Jedenfalls hat er den vorhin abmontiert und per Taxi in die Werkstatt geschickt.